Ausführung
Der Bereich Ausführung erscheint nur für Ablaufobjekte vom Typ JOB. Hier finden Sie die für die Ausführung des Jobs relevanten Konfigurationen.

Die Felder des Bereiches haben folgende Bedeutung:
Priorität
Das Feld Priorität gibt an, mit welcher Dringlichkeit der Prozess vom Scheduling System berücksichtigt wird, wenn er gestartet werden soll. Der Wertebereich der Priorität erstreckt sich von 100 (sehr niedrig) bis 0 (sehr hoch). Im System werden alle startbaren Jobs mit ihren Prioritäten berücksichtigt und dann der Job mit der höchsten Priorität gestartet. Haben zwei Jobs eine identische Priorität, wird der Job mit niedrigster ID gestartet.
Mit der Dauer der Wartezeit eines Jobs, der darauf wartet, im Scheduling System gestartet zu werden, erhöht sich seine Priorität. Das heißt, wird ein Prozess mit einer Priorität von 50 gestartet, so steigt seine Priorität pro Zeiteinheit.
In der Server-Konfigurations-Datei $BICSUITECONFIG/server.conf sind die Defaults für die Zeiteinheit und die maximale Priorität über die Einstellungen PriorityDelay und PriorityLowerBound hinterlegt.
Zum Beispiel kann ein Job pro halbe Stunde um einen Prioritätspunkt steigen. Das heißt, nach einer halben Stunde ist die Priorität bei 49, nach einer Stunde bei 48 usw. Damit steigen ”ältere” Jobs in der Priorität und werden vor neu submitteten Jobs berücksichtigt.
Min Priorität
Die minimale effektive Priorität, die durch das natürliche Altern erreicht werden kann. Wird nichts eingegeben, so gilt das in der Server-Konfiguration definierte PriorityLowerBound.
Altern, Alterungseinheit
Definiert das Alterungsintervall, in dem die Priorität erhöht wird. Wird hier nichts eingegeben, wird das in der Server-Konfiguration definierte PriorityDelay verwendet.
Ausführungsprogramm
Im Feld Ausführungsprogramm wird eine Kommandozeile angegeben, die von einem geeigneten Job Server ausgeführt werden soll. Die Kommandozeile wird zuerst vom Scheduling System interpretiert und in den Programmaufruf und einzelne Parameter zerlegt. Dabei werden die Regeln der Bourne Shell in Bezug auf das Quoting befolgt.
Sollen Environment-Variablen oder Parameter angegeben werden, so müssen diese konform der jeweiligen Ausführungsumgebung (je nach Shell oder Kommandozeilen-Interpreter der Umgebung, siehe Environment ) gequoted werden. Eine Auflistung aller verwendbaren Standardparameter finden Sie im Kapitel Job-Umgebungsparameter.
Für weitergehende Informationen über das zu verwendende Quoting lesen Sie bitte die Dokumentation Ihres verwendeten Kommandozeilen-Interpreters (Shell). Falls es sich beim Zielsystem um Windows handelt, kann das Quoting kompliziert werden. Wenn unter Windows eine Tabelle aus Executable und Parameter zur Ausführung angeboten wird, konstruiert Windows zuerst eine Kommandozeile aus der Tabelle, um diese Kommandozeile anschließend wieder zu interpretieren. Problematisch ist auch die Verwendung von Quoting unter Windows, da die aufgerufenen Programme die Quotes entfernen oder eben nicht entfernen, je nach Typ des Executables (.exe oder .bat).
Ist das auszuführenden Programm (erstes Element der Kommandozeile) eine gültige Ganzzahl, so wird die Kommandozeile nicht vom Job Server ausgeführt, sondern der Job wird so behandelt, als hätte er sich mit der Ganzzahl als Exit Code beendet. Dummy Jobs mit ’true’ oder ’false’ als Programm können nun als ’0’ statt ’true’ bzw. ’1’ statt ’false’ implementiert und so vom System wesentlich effizienter und schneller verarbeitet werden. Sollte es tatsächlich einmal nötig sein, ein Executable mit einer Zahl als Namen auszuführen, so kann dies durch einen Pfad Prefix (’./42’ statt ’42’) erreicht werden.
Das Ausführungsprogramm kann Parameter-Referenzen enthalten, die vor der Ausführung rekursiv aufgelöst werden.
Exit State Mapping
In diesem Feld kann ein bestehendes Exit State Mapping ausgewählt werden. Dieses Mapping definiert die Abbildung des Exit Codes eines Jobs nach einem Exit State. Wird kein Mapping angegeben, wird das Default Mapping aus dem Exit State Profile genutzt. Das Mapping muss mit dem Profile verträglich sein.
Environment
In diesem Feld muss ein Environment ausgewählt werden. Dies dient im Wesentlichen der Auswahl des oder der Job Server, welche den Job ausführen sollen. Alle in diesem Environment definierten Anforderungen für STATIC Ressourcen müssen für einen Job Server erfüllt sein, damit dieser Job auf dem jeweiligen Job Server ausgeführt werden kann.
Lastprofil
In diesem Feld kann ein Lastprofil (Footprint) ausgewählt werden. Dies dient im Wesentlichen der Modularisierung von SYSTEM Ressourcen-Anforderungen, um die Definition von Jobs mit identischem Lastprofil zu vereinfachen. Alle in diesem Lastprofil definierten Anforderungen für SYSTEM Ressourcen müssen für einen Job Server in ausreichender Menge verfügbar sein, damit dieser Job auf dem jeweiligen Job Server ausgeführt werden kann.
Erwartete Ausführungszeit
In die Erwartete Ausführungszeit können Sie die erwartete Zeit in Sekunden eintragen, die ein Job für seine Ausführung benötigt. Dieser Eintrag kann zum Beispiel für Laufzeitüberwachung genutzt werden.
Programm für erneute Ausführung
In dieses Feld können sie die Kommandozeile eintragen, die bei einer wiederholten Ausführung des Jobs nach einem Fehlerzustand (Rerun) ausgeführt werden soll. Dabei kann es sich um ein anderes Kommando handeln, als das Ausführungsprogramm, etwa, weil es notwendig ist, mit einem wiederholten Start bestimmte Aufräumarbeiten auszuführen.
Wird im Programm für erneute Ausführung kein Wert eingetragen, so wird bei einem wiederholten Start des Jobs das im Feld Ausführungsprogramm eingetragene Kommandozeile ausgeführt. Zu Details bzgl. der Verarbeitung (Quoting, Behandlung von Integern als Program Name) siehe Ausführungsprogramm weiter oben.
Das Programm für erneute Ausführung kann Parameter-Referenzen enthalten, die vor der Ausführung rekursiv aufgelöst werden.
Programm zum Beenden
Hier tragen Sie die Kommandozeile ein, welche ausgeführt werden soll, um einen aktuell laufenden Job zu beenden. Ein Beispiel für eine solche Kommandozeile könnte in einer Unix-Umgebung der Aufruf des Kommandos "kill" sein. Über die vordefinierte Systemvariable ”PID” kann auf die Process ID des laufenden Jobs zugegriffen werden (Beispiel: ”kill -9 $PID”). Ist in diesem Feld kein Wert eingetragen, so ist es nicht möglich, den Job über die BICsuite Oberfläche vorzeitig zu terminieren.
Das Programm zum Beenden kann Parameter-Referenzen enthalten, die vor der Ausführung rekursiv aufgelöst werden.
Arbeitsverzeichnis
Das Arbeitsverzeichnis gibt an, in welchem Verzeichnis das Ausführungsprogramm gestartet werden soll. Der Job Server wechselt vor dem Starten des in das angegebene Verzeichnis. Wird in diesem Feld kein Wert eingegeben, so wird als Arbeitsverzeichnis das in der Konfiguration des Job Servers definierte DEFAULTWORKDIR verwendet. In diesem Feld ist auch die Verwendung von Parametern erlaubt.
Das Arbeitsverzeichnis kann Parameter-Referenzen enthalten, die vor der Ausführung rekursiv aufgelöst werden.
Protokolldatei
Das Feld Protokolldatei gibt an, in welche Datei alle normalen Ausgaben des Ausführungsprogramms ausgegeben werden sollen. Unter normalen Ausgaben sind alle Ausgaben gemeint, die den normalen Ausgabekanal (STDOUT unter UNIX) benutzen. Auch im Feld Protokolldatei ist die Verwendung von Parametern möglich. So kann zum Beispiel der Parameter JOBID zur eindeutigen Kennzeichnung eines Jobs oder ein Zeitstempel (z.B: SUBMITTIME) zur Kennzeichnung des Datums verwendet werden. Bleibt das Feld leer, werden alle Ausgaben verworfen. Ohne Pfadangabe wird das Logfile in das Working Directory geschrieben.
Die Protokolldatei kann Parameter-Referenzen enthalten, die vor der Ausführung rekursiv aufgelöst werden.
Protokolldatei Schreibmodus
In diesem Feld teilen Sie dem System mit, wie die Protokolldatei angelegt werden soll. Es gibt folgende Optionen:
-
APPEND
Mit APPEND werden alle Ausgaben des Ausführungsprogramms an eine bestehende Protokolldatei angehängt. Falls noch keine Protokolldatei existiert, wird eine neue erzeugt. -
TRUNCADE
Mit TRUNCADE wird bei jedem neuen Ablauf die alte Protokolldatei gelöscht und neu angelegt. Wird ein Job nach einem Fehler erneut gestartet, so wird das Logfile immer mit APPEND geschrieben.
Fehler Protokolldatei
In diesem Feld geben Sie an, in welcher Datei das System die Fehlerausgaben des Ausführungsprogramms ausgeben soll. Unter Fehlerausgaben sind alle Ausgaben gemeint, die den Fehlerausgabekanal (stderr unter UNIX) benutzen. Wird derselbe Name, wie im Feld Protokolldatei angegeben, erfolgt die Protokoll- und Fehlerprotokoll-Ausgabe in die selbe Datei. Die Parameterauflösung erfolgt identisch mit der Protokolldatei.
Fehler Protokolldatei Schreibmodus
Mit dem Inhalt dieses Feldes wird dem System mitgeteilt, wie die Fehler Protokolldatei anzulegen ist. Informationen zu den Optionen finden Sie oben unter Protokolldatei.